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Wandmalereien in der Kirche zu Fraurombach
An der Triumphbogenwand und den anschließenden Wänden wurden in der Kirche zu Fraurombach im Jahr 1901 unter Farbschichten verborgene Wandmalereien freigelegt. Obwohl die ehemals farbenfrohen Bilder heute stark verblasst sind, muss man sie als bedeutendes Zeugnis historischer Malerei ansehen.

Bild: Wandmalereien in der Kirche zu Fraurombach.
Nach der Wiederentdeckung glaubte man anfangs, es handele sich um romanische Wandgemälde. Die Frankfurter Zeitung veröffentlichte damals: "Wie man uns aus Oberhessen schreibt, sind vor kurzem in der kleinen Filialkirche in Fraurombach bei Schlitz romanische Wandmalereien unter einer dicken Schicht Tünche entdeckt worden; es sind unseres Wissens die einzigen Überreste von Malereien aus der romanischen oder der Übergangszeit, die wir im Großherzogtum Hessen besitzen..." Bald stellte sich jedoch heraus, dass in dem Bilderzyklus Szenen aus dem Leben des Kaisers Heraklius von Konstantinopel zusammengefügt waren, wie sie der mittelhochdeutsche Dichter Otte in seinem Versepos "Eraklius" beschrieben hatte. Heraklius war es, der das von den Persern aus Jerusalem geraubte "Heilige Kreuz" für die Christenheit zurückeroberte. Und diesem "Heiligen Kreuz" wiederum war das Kollegialherrenstift in Hünfeld geweiht, welches das Patronat der Fraurombacher Kirche inne hatte, als diese im Jahr 1345 Pfarrkirche wurde. - Die Malereien mussten demnach in gotischer Zeit entstanden sein. Historiker nehmen inzwischen als Entstehungszeitraum die Jahre zwischen 1330 und 1350 an.
Literatur
Winfried Frey: Der Eraclius des Otte, Erzählungen des Mittelalters, Essen Phaidon, 1990
G. Richter: Die mittelalterlichen Wandmalereien in der Kirche zu Fraurombach, Fuldaer Geschichtsblätter 1907, Seite 170ff
Heinrich Sippel: Ein Streifzug durch die Schlitzer Geschichte. Magistrat der Stadt Schlitz, 1987
Heinrich Sippel: Die gotischen Wandmalereien in der Dorfkirche von Fraurombach im Schlitzerland, Reihe: Schlitz im Spiegel der Geschichte, Heft 16, 2. unveränderte Auflage, Schlitz 1989
Herakliuslegende in Bearbeitung von Lehrer Sommer, Museums- verwalter in Schlitz, in: Heimatblätter für den Kreis Lauterbach , 2. Jahrgang Nr. 10, 1932
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